Insektenhotel
Was ist ein Insektenhotel?
Ein Insektenhotel, auch Insektenhaus oder Insektenkasten genannt, ist ein künstlich geschaffener Bau für Insekten, in denen die Tiere überwintern und nisten können. Diese einfach herzustellende Schutzmaßnahme für Insekten wurde zuerst von Naturschutzverbänden umgesetzt und erlangte mittlerweile so große Popularität, dass auch Privatpersonen vermehrt Insektenkästen bauen. Kästen für Wildbienen gab es bereits im 19. Jahrhundert; sie dienten aber eher Beobachtungs- und nicht Schutzzwecken.
Auch heute noch werden diese Schutzkästen in Schulen, bei Gartenschauen oder in Parks zu Lernzwecken erbaut, so dass die Lebensweise der Insekten einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht wird.
Warum benötigen die Insekten Schutzkästen?
Der Mensch hat im Laufe der Zeit immer mehr in die Natur eingegriffen. Durch den Einsatz von Giften bei der Schädlingsbekämpfung und durch das vermehrte Anlegen privater Gärten, die immer „ordentlich“ sein sollen und in denen es kaum noch abgestorbene Pflanzen- oder Baumteile gibt, in denen die Insekten für gewöhnlich leben, werden die Lebensräume der Tiere vernichtet. Die Insekten haben kaum noch Orte, an denen sie ihre Eier ablegen können und viele von ihnen sind mittlerweile sogar vom Aussterben bedroht.
Für welche Insekten werden Insektenhäuser eingerichtet?
Meist werden für Insekten, die eine Nutzfunktion haben, Insektenhotels eingerichtet. Dazu gehören unter anderem Bienen, Hummeln, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Marienkäfer, Schmetterlinge und Florfliegen, deren Aufgabe entweder in der Vernichtung von Schädlingen wie zum Beispiel Blattläusen oder in der Bestäubung von Pflanzen liegt.
Welche Materialien eignen sich für ein Insektenhaus?
Für einen Insektenkasten sollten überwiegend natürliche Materialien benutzt werden. Holz in Form von Baumscheiben oder Ästen, Heu, Schilf- und Bambusrohre sowie Lehm sind einige Stoffe, mit denen sich ein Insektenhotel gut einrichten lässt. In durchlöcherten Steinen oder Backsteinen können sich die kleinen Tierchen verkriechen und Blumentöpfe aus Terrakotta, die zum Beispiel mit Stroh gefüllt werden, sind ebenfalls hervorragende Unterkünfte.
Um die Insektenunterkunft sicher zu gestalten und Vögel davon abzuhalten, die Insekten zu verspeisen, kann man ein Gitter aus Draht vor das Haus spannen. Ebenfalls wichtig ist, den Insektenkasten vor Witterung zu schützen; hierzu kann man eine Überdachung – zum Beispiel aus Dachpappe oder Holzbrettern – anbringen und die Baumaterialen mit einer Lasur schützen. Die Lasur muss aber unbedingt frei von jeglichen chemischen Holzschutzmitteln sein, um die Tiere nicht zu vergiften.
Wie sieht der Aufbau eines Insektenkastens aus?
Grundsätzlich sind die meisten Kästen so aufgebaut, dass sie wie eine Art tiefes Regal mit mehreren Fächern aussehen. In diesen Fächern werden dann die unterschiedlichsten Wohnquartiere für die Insekten angelegt. Dazu nimmt man bevorzugt Materialien, in denen schon Löcher enthalten sind – wie beispielsweise in Bambusrohren – oder in die man selbst Löcher gebohrt hat oder aber man ordnet andere Materialien so an, dass sie viele Hohlräume und Unterschlüpfe bieten. Gut ist es auch, möglichst unterschiedliche Stoffe in verschiedenen Zuständen – also zum Beispiel neueres und altes Holz – mit in das Hotel einzubauen.
Letztendlich sind der Fantasie beim Bauen eines Insektenkastens keine Grenzen gesetzt und man kann ihn nach eigenen Wünschen gestalten.
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